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Kirchweihpredigt
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Kirchweihpredigt 1968

    Meine sehr geehrten Damen und Herren,
    jetzt werden Sie wie in den letzten Jahren,
    aus der Kirchweihpredigt, alles was da war erfahren.
    Darin wird aufgeführt,
    was da alles ist im letzten Jahr passiert.
    Doch nehmt es nicht zu Herzen sehr,
    der eine hatt's leicht, der andere schwer.
    Wenn es auch manchen nicht gefällt,
    so wird die Kirchweihpredigt deswegen nicht umgestellt.
 
 

    Zwei junge Männer gerade vom Bund entlassen,
    machten Krawall auf unseren Straßen.
    Mit Huben und Trompeten,
    auf daß die Nenzenheimer es auch hörten.
    Daß hörte auch ein guter Mann
    und meinte es fing zu brennen an.
    Er rannte im Feuerwehranzug auf die Straße ,
    und hörte immer noch das Geblase.
    Da trat ein Mann zu ihm herzu,
    und sagte nur drei Worte: "Reserve hat Ruh !"
    Worauf der Mann sich an seine eigene Militärzeit erinnert,
    und still verschwindet in des Hauses innern.

    An einem schönen Sonntag Morgen,
    ein Bauer war ganz ohne Sorgen.
    Auf einmal war die Ruh vorbei,
    ein Schwein saß im dicken Brei.
    Die Jauchegrube vom Abort,
    wählte die Sau zum Aufenthaltsort.
    Da saß sie nun drin nur der Kopf schaute heraus,
    der Bauer schrie: Oh weh, oh graus !
    Er holte die Nachbarn zusammen
    und mit Seilen und Stangen,
    holte man die Sau heraus.
    Sie trieben dann die Sau in den Stall zurück,
    der Bauer hatte großes Glück.
    Sie begossen das Glück bei einem Krug Wein,
    danach gingen die Nachbarn heim.

    Wieder einmal fuhr der Mann,
    Jauche aus so gut er kann.
    An einem steilen Hang,
    fing der Wagen zu rutschen an.
    Mit großem Krach und Bumm,
    flog der Einachshänger um.
    Worauf das volle Faß sich selbständig machte,
    und in den Acker hinein krachte.
    Der Wagen war total verbogen,
    ja so kann es gehen, das ist nicht gelogen.

    Der 500 Markscheinonkel von Nenzenheim,
    machte sehr viel Sprüch, drum fiel er rein.
    Eine Wettfahrt um einen Kasten Bier wollte er machen,
    denn sein Mofa macht ja, wie er sagt, 100 Sachen.
    Ein Radfahrer und er mit seinem Mofa
    fuhren nun los nach Einersheim,
    und als er nach dem Radfahrer zurückkam, war er ganz klein.
    Denn er mußte jetzt den Kasten Bier heranschaffen,
    daß geschah ihm ganz recht dem Angeber und Lackaffen.
    Der Bierscheich schwitzte und war so klein,
    denn er mußte ja jetzt tief greifen in die Tasche hinein.
    Da saß er nun und war blamiert,
    Angeberei hat sich selten rentiert !

    Eines Nachts, es war neblig grau,
    da ging eine Frau unter viel Geschau,
    in einen Hof rein,
    und huschte dann in den Schweinestall hinein.
    Bald darauf
    ging die Haustür auf.
    Dann dauerte es nicht lang,
    ein Mann trat heraus, ihm war es ganz bang.
    Er blickte sichernt um sich, machte keinen Radau,
    und husch verschwand auch er im Schweinebau.
    Nach einer Stunde kamen sie dann wieder heraus,
    unter leisem Geflüster aus dem Schweinhaus.
    Nun liebe Leut' hört euch das an,
    ist es nich toll,
    was man in der Kirchweihpredigt alles erfahren kann ?

    In den Holzwiesen fuhr ein Mann herum,
    mit seinem Schlepper und viel Gebrum.
    Auf einmal blieb der Karren stehn,
    denn ohne Sprit kann er ja nicht gehn.
    Der Mann verfluchte den Schlepperdrachen
    und mußte sich wohl oder Übel auf den Heimweg machen.
    Als er gegangen war ein Stück,
    blickte er nochmal zurück.
    Da stand sein Schlepper ruhig und friedlich,
    doch was brummte da auf einmal so niedlich ?
    Ein anderer Schlepper kam den Weg herunter,
    daß machte ihn auf einmal sehr munter.
    Er rannte den Weg zurück,
    und verließ sich auf sein Glück.
    Schon von weitem sah er dann
    daß sein Nachbar des Weges kam.
    Sie ratschten erst ein wenig, und wies so geht,
    fragte der Nachbar, warum er hier steht ?
    Der Mann sagte, warum er hier steht
    und wieso der Bulldog nicht weiter führt.
    Der Nachbar bot ihm seine Hilfe an,
    man hängte einen Schlepper an den anderen dran.
    Nun sprach der Nachbar: "Ab nach Hause",
    und los gings mit wildem Gebrause.
    Doch keine hundert Meter fuhren sie ein Bergchen hinauf,
    da gab auch der Karren des Nachbarn auf.
    Sie dachten beide, ist denn auch dieser Schlepper krank,
    sie sahen es dann, auch hier fehlte der Tiger im Tank.
    Es blieb ihnen keine Wahl, zu Fuß mußten sie nach Haus gehn,
    man sollte halt öfters mal nach der Tankfüllung sehn.

    Einen Mann aus unseren Kreisen,
    gingen des Nachts die Schweine auf reisen.
    Sie brachen aus dem Stalle aus,
    und liefen in das Dorf hinaus.
    Der Mann kam schnell und wutentbrannt
    hinter den Schweinen hergerannt.
    Den größten Teil fing er bald wieder ein,
    doch fehlten ihn noch ein paar Schwein'.
    Zahlungskräftig wie er ist,
    holte er den Polizist.
    Die Polizei die rückte an,
    mit Spürhund und den Steifenwag'n.
    Und sie suchten dann ohne Krawall,
    die jungen Schweine, im Dorf Überall.
    Den Spürhund nahmen sie mit,
    und bei einem anderen Bauern hatten sie dann Glück.
    Sie fanden die sechs jungen Schweine
    und machten ihnen Beine.
    Die Ferkel trugen sie dann zurück,
    der große Bauer hatte Glück !
    Sie feierten dann bei einem Bier,
    wer es war, daß wissen nur wir.

    An einem Werktag ackerte ein Mann,
    seinen Weinberg durch, so gut er kann.
    Es ging gut bis zur letzten Zeile,
    dort angekommen, verschnaufte er erst eine Weile.
    Dann zog er den Pflug hinab,
    daß ging leicht, denn es ging bergab.
    Als er dann unten war,
    machte er den Pflug zum Ackern klar.
    Er setzte sich dann darauf
    und winkte zu seiner Frau hinauf.
    Bald darauf spannte sich das Seil
    und zog den Plug durch die letzte Zeil.
    Der Mann steuerte dann ohne Eile,
    seinen Pflug durch die letzte Zeile.
    Doch dann etwa in der Mitte,
    besann er sich auf sein Geschicke.
    Er wollte seine Frau zum schnellfahrn drängen,
    denn er sah einen Bienenschwarm am Drahte hängen.
    Aus Angst sprang er dann aber ab
    und rannte wieder ein Stück bergab.
    Er winkte seiner Frau, sie sollte anhalten,
    doch die dachte gerade an die Modespalten.
    Der Pflug ackerte nun ohne Steuerung
    vom Nachbarn 16 Weinstück' um.
    Doch dann hatte die Frau das Unglück erkannt,
    sie hielt an und kam schleunigst angerannt.
    Da sah sie nun was war pasiert,
    der gute Mann war völlig schokiert.
    So kann es gehen wenn man drängt,
    und zu unrechter Zeit ein Bienenschwarm am Drahte hängt.

    Es war an einem schönen Tag,
    da kam ein Mann Mittags mit dem Rad von der Weinbergslag.
    Ein anderer konnte es auch nicht lassen
    und fuhr ebenfalls auf des Weinbergs Straßen.
    Mit dem Fahrrad unter dem Hintern
    war der Zusammenstoß
    auf gerader Strecke nicht zu verhindern.
    Es gab einen Schlag, dann waren sie von der Straße fort,
    einer lag da, der andere dort.
    Mit durchlöcherten Hosen und verzerrtem Gesicht,
    hockten sie da und zankten sich.
    Jeder schrie, du hättest besser aufpassen müssen,
    denn dann hätt's uns net g'schmissen.
    Mit verbeulten Hosen am Leibe,
    suchten sie dann nach dem Gezanke das Weite.
    Liebe Leute, es ist zu beachten,
    als Verkehrsteilnehmer
    sollte man nicht die Natur betrachten.

    Eine Frau fütterte ihre Schwein'
    und kam 5 Minuten zu spät in ihr Heim.
    Mit hochrotem Gesicht
    macht der Schwiegervater das Hausgericht.
    Er schlug die Frau mit einem Stock,
    die Nachbarin fuhr sie dann zum Dock.
    Als sie vom Arzt wieder nach Hause kam,
    fing ihr Mann mit dem Prügeln an.
    Das war der Familie dann peinlich,
    und sie waren sich dann später wieder einig.

    Es gibt hier einen klugen Mann,
    der prima Kartoffeln glauben kann.
    Doch einmal, der Wagen war fast gefüllt,
    bekam er mit seiner Frau Streit und wurde wild.
    Der Mann lief fort ein großes Stück,
    dann reute es ihn und er kam zurück.
    Doch es gab wieder eine Zwistigkeit
    und schon wieder hatten sie Streit.
    Der Mann lief jetzt erst recht vom Acker fort,
    und begab sich zu seinem Heimatort.
    Die Frau mußte dann heimgehen
    um sich nach Hilfe umzusehen.
    Sie nahm ihre Schwester mit auf den Acker,
    diese fuhr den Schlepper heim mit lautem geknatter.

    Ich bin der Herr im Haus, das w"r doch gelacht,
    was die Frau sagt das wird gemacht.
    Nach diesem Motto lebt bei uns ein Mann,
    der daheim nichts sagen kann.
    Und wenn er es einmal probiert,
    wird er sofort ans Spülbecken abkommandiert.
    Früher hörte man ihn bei seinen Eltern blasen,
    doch heute nur noch auf den Straßen,
    denn wenn er Zuhaus den Mund aufmacht,
    bl"st ihm die Frau gleich einen Krach.
    Nun liebe Junggesellen, laát es euch gesagt sein,
    geht nie eine Ehe mit einem Feld-oder Küchenwebel ein.

    Es gibt bei uns einen alten Herrn,
    der hatte seine Haushälterin sehr gern.
    Das ging einige Jahre gut,
    und sie hatten auch viel Mut.
    Im Wirtshaus tut er stehts stänkern und reden,
    bei jeder Fahrt ins Blaue waren sie vertreten.
    Doch einmal hatten sie Krach im Haus,
    sie sagte: "Ariverderdschi", und riß nach Nürnberg aus.
    Nach 8 Tagen ist sie wiedergekommen,
    und der Alte hat sie mit Freuden wieder aufgenommen.
    Nun sind sie wieder glücklich vereint,
    der Alte hat sogar ein paar Tränen geweint.

    Der Fliegerhäuptling von Nenzenheim,
    hat meistens Krach mit dem Jungschützenverein.
    Und hat er beim Schießen kein Glück,
    zahlt er's den anderen mit Krach zurück.
    Drum weichen die Jungschützen ihn immer aus,
    und gehen meistens, wenn er da ist, nach Haus.

    Ein paar Familien in unserer Stadt,
    hatten einen Krach der es in sich gehabt hat.
    Ein Mann fuhr auf unseren Straßen,
    mit einem Pferd und mit einem Wagen.
    Auf einmal wurde er vom Wagen gezogen,
    und auf die Straße herunter gehoben.
    Ein junger hielt ihn,
    ein alter gibts ihm.
    Mit einem Prügel haute der alte drauf,
    der Mann ging zu Boden und gab auf.
    Der Mann kam dann doch heim,
    und seine Frau ließ die Obrichkeit herein.
    Der Mann jedoch war nicht richtig bei Bewustsein,
    und die grünen fuhren wieder heim.
    Das kostet einen schönen Patzen Geld,
    wenn man reinhaut wie's einem gefällt.

    Es gibt hier eine Frau,
    die hat das Kommando in ihrem Bau.
    Wenn ihr Mann nicht pariert,
    brüllt sie und kommandiert.
    Und ihr Mann folgte immer so gut er kann.
    Doch eines Nachts wurde es ihm zu dumm,
    und er jagte sie im Nachthemd
    im Hof und auf der Straße herum.
    Die ganze Nachbarschaft erwachte,
    lief auf die Straße und lachte.
    Da wurde der Mann wieder klein
    und lief mit seiner Frau wieder ins Haus hinein.
    Der Mann muß jetzt wieder brav sein,
    sonst darf er nicht mehr ins Wirtshaus rein.

    Einmal in der Nacht
    gab es im Unterdorf einen großen Krach.
    Die Frau kam von einer Kirchweih heim
    und wollte in das Haus hinein.
    Der Mann fing nun zu Brüllen an,
    und die Frau zeigte das sie auch Brüllen kann.
    Nun ging der Krach erst richtig los,
    der Mann brüllte und stand da in Unterhos'.
    Die Frau ging nun ins Haus rein
    und legte sich ins Bett hinein.
    Der Mann brüllte noch lange Zeit,
    von Ordnung und von Pünktlichkeit.

    Es fährt in unserem Dorf ein Kerl herum,
    mit seiner schwarzen Limosine und viel Gebrumm.
    Mit seinem Hütchen auf dem Kopf,
    steuert er um die Ecken, der leichtsinnige Tropf.
    Er gibt auch immer mächtig an,
    bei jeder Gelegenheit, der junge Mann.
    Drum hört mir jetzt mal richtig zu,
    laßt diesen Angeber stehts in Ruh.

    Es gibt hier einen Mann,
    der den Schnaps nicht leiden kann.
    Er schlingt ihn nur so in sich hinein, der Dicke Tropf,
    doch auf einmal hob er den Kopf.
    Er sah da einen andern Mann,
    der das Saufen auch sehr gut kann.
    Der andere war schon fast blau,
    hatte aber seinen Wagen vor dem Wirtshausbau.
    Drum Überlegte der Bierscheich hin und her,
    was da wohl zu machen w"r.
    Doch auf einmal dämmerts dem Rächer,
    zu was hat man denn den Fernsprecher.
    Er stand auf und rannte zur Telefonkabine,
    mit sauer verbissener Miene.
    Er rief sofort die Polizei an,
    und erzählte ihnen von den Mann,
    der das Saufen kann besser als er,
    und daß sowas nicht zulässig w"r.
    Noch dazu kam der Mann,
    mit seinem Wagen im Wirtshaus an.
    Der Fünfhundertmarkscheinonkel rief also die Polizei,
    die eilte dann auch gleich herbei.
    Von weitem hörten sie dann schon,
    Musik und manch' lauten Ton.
    Wie's hier halt jeden Sonntag geht,
    die Jugend sich im Tanze dreht.
    Die Polizei nun sehr geschäftig,
    schrieb jeden auf der ihr schien verdächtig.
    So hat der Mann in dieser Nacht,
    auch die Junggesellschaft um den Spaß gebracht.

    Jetzt komme ich zum Schluß,
    meine Damen und Herrn,
    der ja einmal kommen muß.
    Dem einen wurd' es warm ums Herz,
    der and're nahm es auf als Scherz.
    Wir hatten uns're Müh' und Plag',
    schaffen, schaffen jeden Tag,
    doch Freude hatten stehts auch wir,
    denn im nächstes Jahr stehn wir wieder hier.
    Wenn auch mancher hat gezittert sehr,
    die Kirchweihpredigt präsentieren wir.
    Der eine ja, der hat es schwer,
    der and're hat es ja so leicht,
    doch am Ende sind wir alle gleich.
    Drum nehmt es auf in Euer Herz
    und betrachtet es als Scherz ......

    ...... und darum PROST !!!